Sonntag, 26. August 2007
Fünftes Ding
Okay ihr dürft mit mir schimpfen, es tut mir auch furchtbar Leid,
aber ich hab einfach keine neuen Fotos gemacht diese Woche.
Also geduldet euch noch bis Montag in einer Woche. Ich fahre nämlich
nächstes Wochenende Bibi besuchen, dann seht ihr mal ein paar Fotos
aus Vallenar.
Ich hab meine erste Mathearbeit wiederbekommen. Ist ne 6! Achja, das
Notensystem ist hier anders. 1 ist ziemlich schlecht und 7 das Beste
was du bekommen kannst. Meine Schwester Angeles hatte nur 3.8. (nur
um mal ein wenig anzugeben)!
Im Volleyball werde ich auch immer besser, Mittwoch wurden wir
nachmittags von der Schule befreit, weil wir ein Freundschaftsspiel-
Spiel gegen eine Mädchen-Mannschaft hatten. Anfangs sah es echt
schlecht aus für uns. Wahrscheinlich konnten wir uns nicht so richtig
auf den Ball konzentrieren. Aber letztendlich haben wir es dann doch
geschafft unsere Aufmerksamkeit von den schwitzenden, prallen 17-
jährigen abzulenken.
Der Trainer ist auch total nett und zeigt mir auch gerne alles
nochmal und nochmal und nochmal.
Ich habe auch rausgefunden, dass meine Gast-Eltern nebenbei eine -
haltet euch fest- Schneckenzucht haben. So wie ich das verstanden
habe, werden die Schnecken gegessen oder zu Kosmetikartikeln
verarbeitet.
Hier mal für alle Interessierten die offiziele Site:
http//:www.elicschile.cl
Außerdem Wurde ich ein weiteres Mal davon überzeugt, dass die Latinos
einfach die besseren Partymenschen sind. 200 Personen auf 100 m² und
alle tanzen zu (Scheiß-)musik.
Später gabs dann noch eine Auseinandersetzung zwischen einigen
Partygästen, die Polizei musste kommen und die Nachbarn schoben
Stress. Um 3 war dann alles vorbei.
Hier in La Serena werden die öffentlichen Verkehrsmitte viel stärker
genutzt als in Wilhelmshaven. Zum Beispiel gibt es die Micros,
kleine, billige, dreckige Busse. Oder die Collectivos, wesentlich
billigere Taxis, die aber immer 4-oder 5 Personen mitnehmen auch wenn
sich die Fahrgäste nicht kennen. Außerdem haben die Collectivos feste
Fahrrouten und funktionieren also quasi genauso wie Busse mit 4
Sitzplätzen. Auf den straßen stehen an den wenigen Ampeln die es gibt
Straßenkünstler, die jonglieren. tanzen oder Pantomimen vorführen und
kurz bevor es grün wird Geld aus den Autos raussammeln.
Das Wetter wird zu allem Überfluss auch immer besser und in einem
oder zwei Monaten kann man bestimmt schon schwimmen gehen.
Freut euch auf meine Vallenar-story nächste Woche!
Ich hoffe euch gehts gut!
Vemisse euch!
Euer Max
P.S.: Gegen Kater hilft super ein Mix aus Bier und Fanta, 50/50!
Sonntag, 19. August 2007
Woche Vihier!
Hier lebe ich übrigens:
Am Wochenende ist es besser, denn da kann ich mit dem Bus nach La Serena fahren und Kumpels treffen. Die gesamte Jugend hängt da irgendwie in der el Mall rum.
Auch hier gibt es das Emo-Phänomen. Die meisten sind aber "Pokemon" das heißt sie ziehn sich emohaftig an und hören aber reaggeton oder HipHop. In der el Mall (Mein Lieblingsanglizismus neben: el Living für Wohnzimmer) gibts von denen Tausende.
In der Schule ist weiterhin nicht viel los wobei die Pausen ein wenig witig sind, weil ich immer mehr verstehe.
Außerdem lerne ich jeden Tag neue Leute kennen.
Der Strand von La Serena ist riesig. die Wellen sind ein bisschen klein, aber für mich als fortgeschrittener Anfänger ganz super. Nächstes Wochenende darf ich dann auch mal über Nacht in La Serena bleiben. Dann wird mal ein bisschen Nightlife ausgecheckt.
Ach ja, ich hab am Samstag Bibi aus deutschland in der el Mall getroffen. Die ist auch mit YFU hier und wohnt nur 3 Stunden mit dem Auto entfernt. Außerdem hat sie eine ziemlich "nette" schwester. Die beiden haben mich direkt eingeladen mal nach Vallenar zu kommen um da "carrete" zu machen. Carretear heißt wörtlich so viel wie "auf dem Karren fortschaffen" meint aber "FEIERN"
Hier nun die ganzen verprochenen Fotos:
Machts gut!
Bis nächste Woche
Euer Max
Sonntag, 12. August 2007
Woche 3
Nachdem jetzt der erste Enthusiasmus verflogen ist und das aufregende
Neue in Alltag übergeht, beginne ich mich ein bisschen zu langweilen.
Mein Spanisch reicht letztendlich nur für Smalltalk und nur dasitzen
und aufmerksam zuhören ist auf die Dauer auch nicht das einzig Wahre.
Dazu kommt, dass der Unterricht für mich sehr langweilig ist.
Entweder versteh ich nichts, oder der Stoff ist so einfach das ihn
sogar mein kleiner Bruder Paul (den ich übrigens extrem vermisse)
bewältigen könnte.
Das Leben außerhalb dem 2 Meter hohen Zaun der Schule, birgt
allerdings immernoch Unbekanntes. Das Drag-Race stellte sich
letztendlich als ein "normales" Auto- bzw. Motorrad- bzw. Formel3-
bzw. Minirennen heraus.
Deswegen war der Tag, den wir mit kaltem Bier und gegrilltem Fleisch verbrachten, natürlich nicht weniger gelungen.
In der Schule werde ich weiter von den "Inspectores" genervt. Mein Haar ist zu "desordenado", meine Regenjacke ist nicht blau genug und woher zum Teufel soll ich wissen das ich kein braunes oder schwarzes T-shirt unter die Uniform, in der ich 2 Jahre jünger aussehe, anziehen darf.
Ich komme jeden Tag spät nach Hause und falle nach dem Abendessen meistens direkt ins Bett, weil es wirklich anstrengend ist, sich den ganzen Tag zu konzentrieren um überhaupt etwas zu verstehen. Ja, ich gehe tatsächlich um neun ins Bett, freiwillig.
Gut das wir freitags schon um 1 schulfrei haben, da bleibt im Haus der "abuelita", die unter Demenz leidet, Zeit für eine kurze Siesta, die ich auf wirklich brauche. Weil ich mir mein Zimmer mit meinem kleinen Bruder German teile, hab ich wenig Raum für mich. Daran muss ich mich wirklich gewöhnen, zum Glück fliegt Angeles im Sommer für ein Semester in die USA. dann kann ich mich bei ihr im Zimmer niederlassen oder German dahin abschieben.
Ich habe jetzt zum Glück endlich meine Chilenischen Dokumente. Das heißt ich kann abends weggehen. Also fahre ich mit dem Bus nach La Serena um mit meinem "compañero" Alejandro einen draufzumachen. Hinzu kommen Waton und Alvaro, auch aus meiner Klasse.
Jano ist bei einem Freund zum Geburtstag eingeladen, im Reichenviertel von La Serena. Hier ist jede Straße mit einem elektrischen Schiebetor gesichert. Also warten wir bis ein Anlieger kommt und das Tor öffnet. Auf der Party gibt es gegrilltes Fleisch, diverse Salate und eine Menge netter Menschen. In Wilhelmshaven kenne ich auf einer Party alle und rede nur mit einer handvoll. HIer kenne ich niemanden und rede mit allen. Zur Feier des Tages wird das Geburtstagskind in den Pool geschupst und auch ein Schupser fliegt hinterher.
Alvaro zeigt uns seine Freestyle-Skills. (Die sind wirklich atemberaubend) Und Waton Beat-Boxt dazu. Später gehts weiter zu nächsten Party. Hier gibts zwar keinen Pool aber dafür eine weitere deutsche Austauschschülerin aus Hannover. Sie bleibt leider nur für 2 Monate. Tut aber mal gut wieder deutsch zu sprechen.
Irgendwann sind alle müde und Alvaro und Waton werden abgesetzt und Jano und ich fahren zu ihm nach Hause. Dort muss er erst die 4 Kampfhunde wegsperren, die das Anwesen bewachen. Die würden mich sonst fressen, glaube ich. Morgends gibts Frühstück von der Mama ans Bett. Ziemlich strange, Torte zum Frühstück....
Danach gehts wieder mit dem Bus nach Guanaqueros zurück. Auf dem Weg überkommt mich leichtes Heimweh. Ich muss ans Palazzo, an den Banter See und an euch alle denken. Mit euch wär hier auch bestimmt gut Feierei.
Aber hab ihr auch so meinen Spaß und mache meine Ehrfahrungen.
Vermissen tu ich euch trotzdem.
Bis Nächste Woche!
Samstag, 4. August 2007
Zweite Woche
die nächste Woche habe ich geschafft... War echt nicht soo leicht. Ich muss mich nämlich echt daran gewöhnen, dass wir bis 5 Schule haben und ich immer erst so um 8 zu hause bin. Aber ich fang am besten da an wo ich aufgehört hab.
Später am Sonntagabend, lief ich mit German an die Playa.
Da staden zu meiner Belustigung so Tsunami Warnschilder.
Außerdem einen armen kleinen Kerl namens Captain Pinguino am Strand
Montag war soweit nichts.
Dienstag war dann mein erster Schultag. Um 6 wurde aufgewacht und um halb 7 aufgestanden. Danach Frühstück und raus n die Kälte. Wichtig: Mittagessen nicht vergessen, oder was auch immer das ist was sich in der ominösen Tasche befindet, die einem bereitgestellt worden ist. Dann 20 Minuten Autofahrt. In der Schule gabs dann erstmal ne Art Versammlung, in der das neue Semester angekündigt und die Nationalhymne gesungen wird.
In der Klasse hat mich meine Schwester dann allen einzeln vorgestellt. Alle waren endfreundlich und cool drauf. Dann begann der "Unterricht" das ganze läuft irgendwie so ab: Die Lehrkraft stellt sich vor die Klasse erzählt 20 Minuten lang was und danach hat man die restlichen 25 Minuten bis zur Pause frei. die Zeit haben meine Mitschüler genutzt um mich über Deutschland auszufragen, zu meinem Erstaunen ging das auch echt gut.
Alle behaupten man könnte mich schon relativ gut verstehen. Die Mittagspause ist hier was besonderes. Die normalen recreos sind multisexual einsetzbar, also kann man da mit seiner polola knutschen oder den Mädels auf Spanisch versuchen klar zu machen,
dass die Deutschen sehr wohl duschen. Und ja es gibt Deo in Alemania...
In Der Mittagspause aber sitzen die Chicos in er einen Hälfte des Saals und die Mädels in der anderen. Dort sichert man sich erst einen Sitzplatz
und geht dann mit seinem mitbrachten Essen zur Microwelle die von der Schule gestellt wird.
Das ist echt gut geregelt, das wäre auch eine Alterntive für die Mittagspausen auf der Cäci, auch wenns nich so dringend ist, in wilhelmshaven haben wir schließlich nicht bis 5 schule. Hier scheint aber ganz gute Universitaeten zu geben, wir waren mit der Klasse bei einer Art Expo aller Unis im Kreis La Serena. Da gibts die sportlich orientierte, die geisteswissenschafftliche, die naturwissenschaftliche und eine (die uebrigens sehr gut sein soll)kuenstlerisch orientierte. Mit Theater, Bands, Filmprojekten und todo. Seit unserem Projekt kann ich mir so Filmmensch auch vorstellen...
Nachmittags war ich bisher immer im Zentrum um irgendwas zu erledigen. Handy Karte wechseln, Schuluniform kaufen oder Visum registrieren lassen, zum Beispiel. Abends hab ich dann mal Musik mit meinem Gastbruder Ramon ausgetauscht. Hier zu sehen:

Freitag waren wir alle zusammen einkaufen. Für eine 7-köpfige Familie kommt da ganz schön was zusammen.
Nachdem Abendessen war ich dann gestern noch bei Ramon, um da seine Kumpels kennen zu lernen, rum zu hängen und ein Bierchen zu trinken. Sonntag gucken wir uns dann ein Drag-Race an. Fotos folgen später!
Nos Vemos!
Max







